The Gallup Organization
Nur 15 Prozent der Mitarbeiter hierzulande sind engagiert im Job -
gesamtwirtschaftlicher Schaden immens
1 Damit bleibt
der Anteil der Gruppe der "unengagierten" und "aktiv
unengagierten" Mitarbeiter gegenüber dem Jahr 2001 - als die Gallup GmbH
Deutschland erstmals das Arbeitsplatzengagement hierzulande ermittelte - auf
hohem Niveau stabil (84 %).
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Von je 100
Arbeitnehmern in Deutschland waren/sind: |
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2001 |
2002 |
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engagiert |
16 |
15 |
|
Keine echte Verpflichtung der Arbeit
gegenüber |
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{ |
unengagiert |
69 |
69 |
|
|
aktiv unengagiert |
15 |
16 |
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Der
aus dem in Deutschland fehlendem Engagement am Arbeitsplatz resultierende
gesamtwirtschaftliche Schaden - aufgrund schwacher Mitarbeiterbindung, hoher
Fehlzeiten und niedriger Produktivität - lässt sich auf Euro 211.4 bis 221.1
Milliarden pro Jahr taxieren. Diese Größenordnung entspricht fast dem gesamten
Bundeshaushalt 2003 (Euro 246.3 Milliarden).2
Tendenziell
ist fehlendes Engagement am Arbeitsplatz in Ostdeutschland verbreiteter als in
Westdeutschland. Während sich der Anteil der als loyal und produktiv einzustufenden
Mitarbeiter, die ihre Arbeit als befriedigend empfinden, in den neuen
Bundesländern auf nur elf Prozent beläuft, beträgt dieser in den alten
Bundesländern 16 Prozent. Keine echte Verpflichtung ihrer Arbeit gegenüber
haben in Westdeutschland 84 Prozent der Arbeitnehmer, in Ostdeutschland 89
Prozent.
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Von je 100
Arbeitnehmern in Deutschland sind: |
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|
West |
Ost |
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|
|
engagiert |
16 |
11 |
|
Keine echte Verpflichtung der Arbeit
gegenüber |
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{ |
unengagiert |
68 |
75 |
|
|
aktiv unengagiert |
16 |
14 |
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Weiterhin
zeigt sich beim Arbeitsplatzengagement ein klarer Geschlechterunterschied: Der
Grad des Engagements erweist sich bei Frauen als höher als bei Männern. So sind
19 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer, aber nur elf Prozent der männlichen
Arbeitnehmer engagiert im Job. Im Hinblick auf Alter, formalen Bildungsgrad und
Beschäftigungsstatus der Arbeitnehmer lassen sich keine Unterschiede ausmachen.
Der Anteil der "engagierten" Mitarbeiter erweist sich über alle
Alters- und Bildungsgruppen sowie im Hinblick auf das Beschäftigungsverhältnis
hinweg als nahezu gleich groß. Es fällt jedoch auf, dass unter älteren
Arbeitnehmern (45 Jahre und älter) die Gruppe der "aktiv unengagierten"
deutlich größer ist als bei den jüngeren Arbeitnehmern (18 bis 30 Jahre) (21 %
zu 10 %). Ähnlich verhält es sich im Bezug auf den formalen Bildungsgrad. Hier
zeigt sich, dass unter Arbeitnehmern mit Volks- bzw. Hauptschulabschluß die Gruppe
der "aktiv unengagierten" Mitarbeiter größer ist als bei solchen mit
Abitur bzw. einem Hochschulabschluß (22 % zu 12 %). Ferner lassen sich
"aktiv unengagierte" Mitarbeiter eher bei Teilzeit- als bei
Vollzeitbeschäftigten ausmachen (21 % zu 14 %).
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Von je 100
Arbeitnehmern in Deutschland sind: |
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|
Männer |
Frauen |
18-29 Jahre |
30-44 Jahre |
45 Jahre und älter |
|
engagiert |
11 |
19 |
16 |
14 |
14 |
|
unengagiert |
73 |
66 |
74 |
72 |
65 |
|
aktiv unengagiert |
16 |
15 |
10 |
14 |
21 |
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Von je 100
Arbeitnehmern in Deutschland sind: |
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|
Volks- und Hauptschule |
mittlere Reife |
Abitur / Studium |
Vollzeit |
Teilzeit |
|
engagiert |
15 |
16 |
13 |
15 |
15 |
|
unengagiert |
63 |
70 |
75 |
71 |
64 |
|
aktiv unengagiert |
22 |
14 |
12 |
15 |
21 |
Der
wichtigste Grund für das fehlende Engagement derart vieler Mitarbeiter ist
schlechtes Management. Arbeitnehmer geben u.a. an, dass sie nicht wissen, was
von ihnen erwartet wird, dass ihre Vorgesetzten sich nicht für sie als Menschen
interessieren, dass sie eine Position ausfüllen, die ihnen nicht liegt, und
dass ihre Meinungen und Ansichten kaum Gewicht haben.
Noch
gravierender ist, dass Mitarbeiter wahrscheinlich immer unengagierter werden,
je länger sie bei ihren Unternehmen bleiben. So verliert das menschliche
Kapital - welches eigentlich durch Weiterbildung und Entwicklung wachsen sollte
- zu oft an Wert, da Manager und Unternehmen es versäumen, aus dieser
Investition Kapital zu schlagen.
Das
Verhältnis von Fehltagen bei "aktiv unengagierten" Mitarbeitern zu
"engagierten" Mitarbeitern liegt bei sieben zu fünf. Die
Wahrscheinlichkeit, dass "aktiv unengagierte" Mitarbeiter ihr
Unternehmen binnen eines Jahres verlassen, ist sehr viel höher als bei ihren
engagierteren Kollegen. So stimmten der Aussage "Ich beabsichtige, heute
in einem Jahr noch bei meiner derzeitigen Firma zu sein" nur 42 Prozent
der "aktiv unengagierten" Mitarbeiter absolut zu, gegenüber 90
Prozent der engagierten. Das Ergebnis: Höhere Mitarbeiterfluktuation, die
Unternehmen teuer bezahlen müssen.
Nur
17 Prozent der "aktiv unengagierten" Mitarbeiter sind gewillt, die
Produkte oder Leistungen ihres Unternehmens weiterzuempfehlen, verglichen mit
64 Prozent der engagierten Mitarbeiter. Ähnlich verhält es sich bei der Frage
nach der Weiterempfehlung des eigenen Arbeitsplatzes an Freunde und Bekannte
("aktiv unengagierte" Mitarbeiter: 3 % gegenüber
"engagierte" Mitarbeiter: 59 %). Darüber hinaus sind die "aktiv
unengagierten" Mitarbeiter gestresster als die "engagierten"
Mitarbeiter (36 % zu 25 %); lediglich 20 Prozent planen, ihren Karriereweg bei
ihrem derzeitigen Arbeitgeber zu gehen - gegenüber 76 Prozent der
"engagierten" - und sie haben weniger Spaß bei der Arbeit (13 % zu 75
%).
Den
Ergebnisvergleich zu 2001 entnehmen Sie bitte nachfolgender Tabelle:
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engagierte Mitarbeiter |
unengagierte Mitarbeiter |
aktiv unengagierte Mitarbeiter |
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2001 |
2002 |
2001 |
2002 |
2001 |
2002 |
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Angabe:
Mittelwerte |
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